Die Emotionalität des Thilo Sarrazin

22Jul10

Sarrazin: Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.

So war es zu lesen in einem sehr ausführlichen Interview der Intellektuellen-Zeitschrift Lettre International. Und gelesen wurde es – auch von Ijoma Mangold, dem stellvertretenden Feuilletonchef der Zeit. Der dann ebenfalls Thilo Sarrazin interviewte.

Zeit-Magazin: Ich fand Ihre herablassende Formulierung über die Kopftuchmädchen scheußlich.

Sarrazin: Ja, darin liegt eine negative Emotionalität, die ich auch empfinde. Meine mitteleuropäische Herkunft prägt mein Schönheits- und Werteideal. Deshalb finde ich keinen Gefallen an einer gesellschaftlich-religiösen Norm wie dem Verhüllen der Frauen. Und ebenso wenig erfreut bin ich über Menschen, die gesund und arbeitsfähig sind, aber vom Staat leben, insbesondere dann, wenn deren wahres Motiv für Kinderreichtum in staatlichen Transferleistungen zu suchen ist. Und eben darin lag eine Emotionalität, zu der ich auch stehe.

PhS © Chamisso Akademie

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