Dauerbaustelle Vorschulerziehung

21Jul10

„Ich freue mich, daß Sie die Wichtigkeit der Erziehung auf der frühesten Lebensstufe anerkennen. Die Bedeutung derselben wurde beinahe allgemein übersehen.“ Das schreibt uns Johann Heinrich Pestalozzi in einem Brief aus dem Jahr 1818.

„Der Mensch ist nicht begabt, er wird begabt – und er wird um so erfolgreicher begabt, je günstiger und rechtzeitiger die Anregungen zur Weckung und Förderung der Lernfähigkeit einsetzen.“ Das sagt uns Hildegard Hamm-Brücher in einem Spiegel-Interview des Jahres 1970. Und die damalige Familienministerin Käte Strobel attestierte: „Unsere Kindergartenarbeit ist veraltet und wird den Maßstäben nicht gerecht, die an ein modernes Bildungswesen zu stellen sind.“ – Nur eine umfassende Vorschulerziehung sei in der Lage, milieubedingte Bildungsbarrieren und Chancenungleichheit schrittweise auszugleichen und damit das Fundament für den Aufbau eines demokratischen Bildungswesens zu schaffen. So Hildegard-Hamm-Brücher – vor 40 Jahren.

Und heute stehen wir staunend vor derselben Baustelle. An der immer noch nicht wirklich gearbeitet wird. Obwohl die milieubedingten Bildungsbarrieren inzwischen sogar noch größer geworden sind.

PhS © Chamisso Akademie

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