Wie die Grünen ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren

19Jul10

Es passierte in Hamburg. Wer volksnahe Politik macht, kann bei Volksentscheiden nur gewinnen. Das dachten jedenfalls die Grünen. Aber in Sachen Schulpolitik haben sie sich vollkommen verrechnet. Obwohl sich praktisch alle Parteien hinter ihr Prestige-Projekt der 6-jährigen Grundschule gestellt haben, sagte das Volk doch: Nein, danke!

Offenbar beruhte alles auf einem Irrtum. In den Anne-Will-Medien wurde die Parole „länger gemeinsam lernen“ so oft rauf- und runtergebetet, dass sich die Sache zu einem regelrechten Religionskrieg gegen die vermeintlich Zurückgebliebenen auswuchs. Und so konnten sich die Spitzenpolitiker der Grünen, die selbst eher keine Kinder haben, in dieser Sache mal irren. Hätten sie den Bildungspolitiker der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus gefragt, hätte der ihnen vielleicht verraten, dass er sein Kind schon gleich mit dem Schulanfang in eine andere Schule gebracht hat als seine Nachbarn. Jetzt haben die Grünen in Hamburg also noch zwei weitere Jahre, um in einer Koalition mit der CDU das gemeinsame Lernen zu üben. Vielleicht lernen sie dabei, der Wählerschaft des Koalitionspartners nichts vorzuschreiben, was diese per Volksentscheid gleich wieder einkassiert.

PhS © Chamisso Akademie

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