Die de Maizières

09Jul10

Sie sind Cousins: Lothar aus dem Osten und Thomas aus dem Westen. Beide sind schon als Teenager in ihre jeweilige CDU eingetreten, beide sind Väter von drei Kindern und beide haben ihrem Land bereits in hervorragender Position gedient. Lothar schrieb die Geschäftsordnung für den runden Tisch, als ein ganzes Volk Revolution machte, und wurde dann der letzte – und einzig frei gewählte – Ministerpräsident der DDR. Tapfer hatte er während der sozialistischen Diktatur seiner berlin-brandenburgischen Heimat die Treue gehalten und als Anwalt die Interessen von Wehrdienst-Verweigerern gegenüber dem SED-Staat vertreten.

Von derselben altmodischen Verpflichtung zur Mitgestaltung der Res publica lässt sich auch Thomas leiten. Das ist das hugenottisch-protestantische Erbe der de Maizières. Er beteilgt sich überhaupt nicht am Politgequatsche – so nennt er das selbst – und konzentriert sich vollkommen auf seine Arbeit als Innenminister. Im Sinne eines guten Teamspiels würde er sich eher auf die Zunge beißen als öffentlich die Arbeit anderer zu bewerten. Mit einem Wort: Kein Mann für die Medien. Denen er aber auch nicht die geringste Angriffsfläche bietet. Kurze klare Ansage. Mehr gibt’s nicht. Punkt.

PhS © Chamisso Akademie

Advertisements


%d Bloggern gefällt das: