Der Käßmann-Flüsterer

08Jul10

Krieg kann niemals gerecht sein. Behauptete Margot Käßmann, als sie noch Bischöfin und EKD-Vorsitzende war. Und alle waren begeistert. Alle? Nun, der Historiker Michael Wolffsohn machte darauf aufmerksam, dass das Christentum sehr wohl gerechte Kriege kennt. Wenn für Frau Käßmann, sagte er, der Krieg gegen den Millionen-Mörder Hitler nicht gerecht war, hat sie jeglichen Maßstab verloren. Hans-Ulrich Klose, der gläubige Protestant und Außenpolitik-Experte der SPD, riet ihr, Gottes Wort zu verkünden – statt Politik zu machen. Selbst in der Evangelischen Kirche war die Aufregung über die flotten Käßmann-Sprüche groß. Und man fragte sich schon, wer ihr das denn so alles wohl einflüstert.

Bis sie dann, als ob das noch nötig gewesen wäre, eines Nachts mit 1,54 Promille im Blut bei Rot über eine Kreuzung fährt. Mit einem Mann als Beifahrer. Von dem die Welt aber nicht erfahren soll, wer es war. Er habe ihr angeboten auszusagen, aber sie meinte nur: Lass das doch. – Na ja, wer wird es schon gewesen sein. Gerhard Schröder sicher nicht. Eher doch ein Mann, der ihr seit langen Jahren wirklich nahesteht, der schon gemeinsam mit ihr den Niedersächsischen Hörfunkpreis gewonnen hat und zur Zeit der Alkoholfahrt mit Käßmanns 12 Gesprächen an 12 Orten beschäftigt war. Er könnte der Käßmann-Flüsterer sein. Und sein Name wäre dann Tobias Glawion.

PhS © Chamisso Akademie

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