Die schwierige Geburt des Intellektuellen

28Jun10

Nein. Niemand kommt als Intellektueller auf die Welt. Wir krabbeln erst mal nur so durch die Gegend und spielen ein bisschen mit dem Ball. Dabei scheiden sich aber schon die Geschlechter. Mädchen mögen nicht darauf verzichten, den Ball in die Hand zu nehmen, während Jungen sehr bald eine Karriere als Fußball-Superstar anstreben. Nur wenige schaffen’s. Wer aber so gut aussieht wie Mario Gómez, kann sich doch immerhin mit den Mädchen trösten, selbst wenn er noch weniger Tore schießt als Mario Gómez. Und wem auch das nicht vergönnt ist, der macht es wie Urban Priol – und versucht witzig zu sein. Wenn jemand lacht, hat auch der Priol seinen Platz im Leben gefunden. Aber wie juckt es demjenigen in den Fingern, der nicht Fußball spielen kann, nicht mädchentauglich gut aussieht und auch niemenden zum Lachen bringen kann. Und wie sehr möchte er dann manchmal mit der Faust dreinschlagen.

Das sind die wirklichen Geburtswehen des Intellektuellen. Es tut ihm unendlich weh. Aber was soll er machen, wenn er feststellen muss, dass er sich zum Schläger einfach auch nicht eignet. Weil er zu klein und zu schwächlich ist. Da hilft dann nur noch die Gewalt des Wortes.

Nein. Mit Intelligenz hat das alles wenig zu tun. Dem Intelligenten stehen viele Wege offen.

PhS © Chamisso Akademie

Advertisements


%d Bloggern gefällt das: