In dubio pro reo?

16Jun10

Jörg Kachelmann wäre glücklich gewesen, wenn seine Staatsanwaltschaft sich diesem Rechtsprinzip verpflichtet gefühlt hätte. Seit 2.000 Jahren hat es sich in der zivilisierten Welt immer mehr ausbreiten können. Und auch wir haben es übernommen. Steht im Gesetz und heißt auf deutsch Unschuldsvermutung. Nur die Staatsanwaltschaft mag es nicht immer anwenden. Wenn ihnen ein Prominenter in die Finger fällt, dann obsiegt schnell mal die Verlockung sich in Szene zu setzen. Begründet wird das ganz locker mit dem Modewort Transparenz. Und die Medien stehen natürlich sofort Gewehr bei Fuß.

Aber: Das Ermittlungsverfahren muss grundsätzlich heimlich sein – aus naheliegenden Gründen. Und auch Prominente haben Persönlichkeitsrechte. Jörg Kachelmann dem Haftrichter bei laufenden Kameras vorzuführen, verletzt die unbedingte Fürsorgepflicht der Staatsanwaltschaft gegenüber den Verdächtigten. Leider belegt das Glaubwürdigkeits-Gutachten zur Hauptzeugin, dass sich die Staatsanwaltschaft in diesem Fall ganz gewaltig vergaloppiert hat. Und Jörg Kachelmann ist – nach wie vor – unschuldig.

PhS © Chamisso Akademie

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