Auch wenn’s Anne nicht will

11Jun10

Die schöne Zeit, in der die schöne Anne den attraktivsten Sendeplatz der ARD besetzen konnte, wird unweigerlich vorübergehen. Auch das längste Praktikum hat einmal ein Ende. Die Mehrheit des Publikums mochte es nicht mehr sehen. Wurde die Vorgängersendung – Christiansen – noch dafür getadelt, dass ihre ernsten politischen Auseinandersetzungen die Bundestagsdebatte in ihrer Bedeutung herabsetzten, kam jetzt immer mehr die gegenteilige Kritik auf: Das ist doch reine Unterhaltung. Und dass Anne Will eine offenbar nicht zu bremsende Vorliebe für eloquente Linken-Politiker hat, blieb auf Dauer auch niemandem verborgen.

Fernsehen ist ein oberflächliches Medium. 50% der Gehirntätigkeit wird durch das bloße Sehen beansprucht. Da liegt die Versuchung schon nahe, dem Publikum wenigstens optisch etwas zu bieten. Und gut aussehen konnte Anne Will ja unbedingt. Nur dieses penetrante Strahlen der Siegerin, die gerade eine Sentenz aus ihren Schulaufsätzen der frühen 80er Jahre preisgegeben hat, nervte dann doch ganz entschieden.

PhS © Chamisso Akademie

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