Gibt es eigentlich schwarzen Rassismus?

09Jun10

Julius Malema ist der Führer der ANC Youth League in Südafrika. Er wird als bauernschlauer Populist beschrieben. Ein Mann, der sich durch Respektlosigkeit gegenüber Älteren hervortut – auch gegenüber Nelson Mandela und dessen Politik der Versöhnung mit den Weißen. Malema hasst die Weißen. Immer wieder hört man ihn rufen: Kill the Boer! Ein alter Schlachtruf, der noch aus der Zeit der Revolution gegen das Apartheids-Regime der Buren stammt. Offenbar aber bei der schwarzen Jugend Südafrikas so gut ankommt, dass in den letzten 14 Jahren mehr als 3.000 weiße Farmer getötet worden sind. Könnte das vielleicht Rassismus sein?

Und wie steht es, um ein ganz anders geartetes Beispiel zu nehmen, mit dem Wahlverhalten der schwarzen Bevölkerung in den USA? Hätten die Weißen zu 97% Obama ihre Stimme verweigert und einen weißen Kandidaten vorgezogen, würden wir das ohne jede Frage Rassismus nennen. Selbst in dem tatsächlichen Wahlverhalten der Weißen – 50:50 – versuchten einige Kritiker noch Spuren von Rassismus zu entdecken. Was sie – und wir – dabei übersehen haben: 97% der Schwarzen haben Obama gewählt. Und zwar oft mit der ausgesprochenen Begründung, dass er ein schwarzer Kandidat sei. Gibt es eigentlich schwarzen Rassismus?

PhS © Chamisso Akademie

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