Der hübsche Junge aus Zwickau

08Jun10

Es war einmal ein überaus hübscher Junge, der auf den Namen Robert hörte. Weil der Vater einen Buchladen hatte, wurde aus dem Jungen ein begeisterter Leser. Besonders liebte er die romantischen Schriftsteller seiner Zeit und ganz besonders Jean Paul. Aber nachdem der Vater gestorben war, schickte ihn die Mutter nach Heidelberg. Er sollte dort Jura studieren. Das machte ihm gar keine Freude. Denn er träumte jetzt von einem Leben als überirdisch brillanter Pianist. Und deswegen zog er schließlich auch nach Leipzig, um das Klavierspielen bei dem berühmten Meister Wieck zu lernen. Der aber hatte eine kleine Tochter namens Clara.

Und weil der junge Robert ein so überaus hübscher junger Mann war, verliebte sich auch die kleine fleißige Clara in ihn. Die kleine Clara war die Musterschülerin ihres Vaters. Und der Vater wurde ganz wütend, als er von der Liebe seiner Tochter erfuhr. Aber die beiden Liebenden heirateten trotzdem, sobald Clara erwachsen war. Sie hatten viele Kinder und sie hätten vielleicht glücklich werden können, wenn Robert sich nicht immer stärker in Träumen – und Albträumen – verloren hätte. Und wenn Robert Schumann nicht am Rosenmontag in den Rhein gesprungen und zwei Jahre später in einer Irrenanstalt bei Bonn gestorben wäre, dann wäre er nun schon 200 Jahre alt.

PhS © Chamisso Akademie

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