Es war einmal ein Steinmeier

30Mai10

Der kam aus dem äußersten calvinistischen Winkel Ostwestfalens. Er ging in das protestantische Gießen, um die Kunst des Aktenanlegens zu studieren, wurde von der klugen Kommilitonin Brigitte Zypries nach Hannover geschickt, wo der mächtige Gerhard Schröder gerade Ministerpräsident geworden war. Sofort erkannte Schröder, dass dieser Steinmeier sein Mann für das Anlegen von Akten war. Und das blieb Steinmeier auch, als der mächtige Gerhard Schröder nach Berlin umzog und noch mächtiger wurde. Erst als Schröder in einer Pipeline nach Russland verschwunden war, stand Steinmeier vor einer schweren Existenzkrise. Für wen sollte er nun Akten anlegen?

Da kam ihm die neue Kanzlerin zur Rettung. Er musste jetzt nicht mehr Akten anlegen, er durfte jetzt Außenminister spielen. Und alle waren begeistert. Er machte seine Sache ganz ausgezeichnet. Deswegen sollte er dann auch als Gegenkandidat auf das Kanzleramt antreten. Das wollte er gar nicht. Und als er tatsächlich, wie nicht anders zu erwarten war, verloren hatte, war er sehr bedrückt. Er setzte sich eine Tarnkappen-Brille auf – und niemand hat ihn seitdem je wieder erkannt. Es war einmal ein Steinmeier.

PhS © Chamisso Akademie

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