Die unerträgliche Schwere des Prätentiösen

20Mai10

Halt dir das Prätentiöse vom Leibe. Lass es dir nicht zu nahe kommen. Es macht dich krank. Auftritte des Kabarettisten Hagen Rether oder der Monitor-Frontfrau Sonia Mikich – sie schaden der Gesundheit. Wenn du glaubst, was sie dir erzählen, fühlst du dich nachher ganz elend. Du bist dann überzeugt, dass die Welt grottenschlecht ist – und du auch, weil du nichts dagegen tust. Und wenn du ihnen nicht glaubst, dann verletzt es dich, dass dir jemand, der von deinen Steuergeldern bezahlt wird, so schlechte Laune machen darf.

Was macht diese Leute so prätentiös? Vermutlich sind sie selbst auch nur angesteckt worden, aber nun leiden sie einmal an diesem ungetrübten Gefühl Recht zu haben – und müssen es auch ausleben. Prominentestes Beispiel ist ein Mann, der schon in der Wahl seines Künstlernamens zum Ausdruck bringt, dass er sich für das personifizierte Gute dieser Welt hält – er heißt Bono. Und wenn Bono der Weltmeister, dann ist Schtonk ganz gewiss der Deutschmeister des Prätentiösen. Alle seine Filme sollten Schtonk heißen – und er selbst natürlich auch.

Lass dich nicht vergiften von dieser anmaßenden Art die Welt zu erklären. Und wenn dich das Prätentiöse doch einmal im Würgegriff hält, dann gibt es das wunderbarste Gegengift: Louis Armstrongs Megahit aus dem Jahre 1968 – What a Wonderful World.

PhS © Chamisso Akademie

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