Verteidigung des Verhältniswahlrechts

14Mai10

Das Mehrheitswahlrecht lässt nur Gewinner eines Wahlkreises ins Parlament einziehen. Aber die Zweit- und Drittplatzierten haben unter Umständen ebenfalls ’ne Menge Stimmen auf sich gezogen. Um auch den unterlegenen Kandidaten einen Weg ins Parlament zu eröffnen, ist das Verhältniswahlrecht erfunden worden. Danach hat der Wähler noch eine Zweitstimme, die er der Partei seiner Wahl schenkt. Und diese Partei vergibt dann weitere Parlamentssitze nach einer vorher festgelegten Listenrangfolge. Auch Verlierer haben damit eine Chance. Selbst kleine Parteien, die auf dem direkten Weg keine Kandidaten durchbringen könnten, dürfen Parlamentssitze vergeben. Genauso gerecht verteilt wie die Zweitstimmen.

Im deutschen Verhältniswahlrecht werden die – per Erststimme – direkt gewählten Kandidaten unter der Gesamtmenge an Sitzen subsumiert, die der jeweiligen Partei nach dem Zweitstimmen-Ergebnis zustehen. Klingt kompliziert und ist es eigentlich auch, hat für die Parteien aber den Vorteil, dass sie sich ganz auf den Gewinn von Zweitstimmen konzentrieren können. Das stärkt letztendlich die Autorität der Partei gegenüber dem einzelnen Kandidaten – und ist somit auch der Fraktionsdisziplin förderlich. Wer das gut findet, findet’s gut.

PhS © Chamisso Akademie

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