Die Affäre von Nantes

05Mai10

Anfang April halten Polizisten in Nantes eine Frau an, die im Niqab Auto fährt. Das ist so eine stoffliche Verwicklung, die der Fau nur einen kleinen Sehschlitz lässt. „Ich weiß nicht, wie das in Ihrem Land üblich ist, aber bei uns fährt man so nicht“, sagt einer der Beamten. Macht 22€ Buße wegen Fahrens mit eingeschränkter Sicht. Die Frau – eine zum Islam übergetretene Französin – fühlt sich durch den Vorfall diskriminiert, nimmt sich einen Anwalt und erzählt ihre Geschichte der Presse.

Dabei stellt sich dann heraus, dass diese Frau nur eine von vieren ist, die zusammen 12 Kinder mit einem Mann algerischer Herkunft haben. Da dieser Mann Mitglied einer radikal-islamischen Organisation ist, lag der Verdacht auf Vielweiberei nahe. Nominell genossen die Frauen aber den Status der vom Staat alimentierten Alleinerziehenden. Was alles zusammen zu einer nicht unerheblichen Aufregung in der französischen Bevölkerung führte. 70% der Franzosen – gegenüber 30% vor der Affäre – unterstützen jetzt den Plan, Ganzkörperschleier auch auf der Straße zu verbieten. Nur die Sozialisten mögen ihre traditionelle Linie noch nicht wirklich verlassen: Was dem Staat schadet, kann der sozialistischen Revolution letztlich doch nur nützen.

PhS © Chamisso Akademie

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