Das Ende des Perikleischen Zeitalters

28Apr10

Perikles lebte im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Athen. Er zerstörte den griechischen Zusammenhalt des Attischen Seebundes, indem er dessen Schätze für Zwecke der Stadt Athen missbrauchte. Er beschnitt die Macht des Obersten Gerichtshofes von Athen und öffnete mit seiner totalen Demokratie sowohl der Willkür als auch der politischen Korruption Tür und Tor. Und weil es ihm nicht gelang, sich mit Sparta ins Benehmen zu setzen, riss er Athen aus der größten Kulturblüte in den Abgrund des Peloponnesischen Krieges. Davon hat sich Athen nie wieder erholt. Griechenland war nach diesem Dreißigjährigen Krieg kein selbständiges politisches Gebilde mehr.

Als Europa aber im 19. Jahrhundert plötzlich die altgriechische Kultur entdeckte, konnte auch Perikles von einer romantischen Verklärung alles Griechischen profitieren. Obwohl die Kulturgrößen der Zeit – von Aristophanes bis Sokrates – seine Politik als billigen Populismus gegeißelt hatten. Die Idee, dass ausgerechnet der für den seinerzeitigen Untergang Athens Verantwortliche mit der früheren Kulturblüte in eins gesetzt wird, dürfte heute jedoch endgültig leergelaufen zu sein. Und im Umgang mit dem heutigen Griechenland ist nunmehr Sachlichkeit gefragt – auch wenn’s Anne nicht will.

PhS © Chamisso Akademie

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