Das Mädchen aus Brandenburg

30Mrz10

Es war einmal ein Mädchen aus Brandenburg. Das war ein braves fleißiges Mädchen und sie war immer aufmerksam in der Schule. So kam es, dass sie sogar studieren durfte. Als auf einmal im Jahre 1989 alle Menschen über Politik sprachen, wollte auch das Mädchen aus Brandenburg ein bisschen mitreden. Zwanzig Jahre später redet sie immer noch ein bisschen mit.

Da fliegt sie mal wieder nach Brüssel, um mit den ganz großen Regierungschefs von Europa ein bisschen mitzureden. Die fleißigen Leute von den Fernsehsendern fragen sie bei der Ankunft, wie sie sich das denn vorstellt. Und sie sagt: Ich stelle mir vor, dass nicht die Europäische Union den armen Griechen hilft, sondern der Internationale Währungsfonds. Darüber sind die fleißigen Leute vom Fernsehen ganz still, denn sie wissen, dass die großen Regierungschefs von Europa das anders machen wollen. Und ein paar Stunden später sind sie noch stiller, als die Regierungschefs wieder aus der Versammlung kommen. Denn jetzt haben sie ihre Meinung geändert. Sie wollen es jetzt alle genauso machen, wie es das Mädchen aus Brandenburg vorgeschlagen hat.

Wie dieses Mädchen das geschafft hat, werden wir wohl nie erfahren. Denn die sonst immer so fleißigen Leute vom Fernsehen mögen gar nicht darüber reden. Aber die normalen Menschen haben doch sehr gestaunt.

PhS © Chamisso Akademie

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