Hartz IV gegen Artikel 1

25Mrz10

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sehr schön. Da können wir stolz sein auf unser Grundgesetz. Mit den Regelsätzen von Hartz IV ist ein menschenwürdiges Leben unmöglich. Das ist allerdings peinlich. Dann müssen ja alle Hartz-IV-Empfänger ein menschenunwürdiges Leben führen. Die Armen. Viele andere Menschen arbeiten auch für entsprechend wenig Geld, ohne auf Hartz IV angewiesen zu sein. Die leben dann natürlich auch ein menschenunwürdiges Leben und müssen sich sogar noch krumm machen dafür. Viele Familienmitglieder und viele Rentner haben auch nicht mehr Geld zur Verfügung. Müssen also auch ein menschenunwürdiges Leben führen. Die Armen.

Und da wären dann noch die Studierenden, die im Schnitt sogar weniger Geld zur Verfügung haben als ein Hartz-IV-Empfänger. Von menschenwürdigem Leben kann da wohl schon lange keine Rede mehr sein. Oder doch? Interessanterweise wird hier offenbar mit anderen Maßstäben gemessen. Selbst die Linken unter den linken Studierenden behaupten nicht, dass der Student ein menschenunwürdiges Leben führen würde. Kann man mit Geld doch nicht alles kaufen?

Ist es vielleicht völlig verkehrt, Menschenwürde mit einem Preisschild zu versehen? Und verstößt es nicht gerade gegen die Mernschenwürde von Hartz-IV-Empfängern, ihnen einzureden, sie würden ein menschenunwürdiges Leben führen?

PhS © Chamisso Akademie

Advertisements


%d Bloggern gefällt das: